Podcasts OPALIA Family e.V. #05 - Kontakt, Rechte und Pflichten

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Hallo! Dies ist ein neuer Beitrag von Opalia Talk für Opalia Family. Mein Name ist Sabine Guhr- Biermann und bei mir sitzt.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Hallo, hier ist die Krystina.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Und eine Technik.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Hier ist der Sergio. Hi.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Wie schön, dass wir wieder zusammensitzen. Es geht ganz deutlich um das Thema der Besuchsrechte und auch Pflichten. Wir haben uns ja in den vorherigen Podcast deutlich genug darüber ausgelassen, wie man eine partnerschaftliche positive Trennung vollziehen könnte. Dass man manchmal einen Moderator braucht, um einfach die Ebenen zu klären und dass es für die Kinder wichtig ist, dass deren Nest gesichert ist. Und Nestsicherung heißt natürlich, dass sie nicht direkt alles verlieren, also nicht ihr Zuhause verlieren, die gewohnte Umgebung verlieren und unter keinen Umständen die Eltern verlieren. Also, dass Vater und Mutter weiterhin greifbar sind, also greifbar sind, dass man sie ansprechen kann und dass man mit ihnen Kontakt haben kann.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja, das ist auch ein sehr, sehr wichtiges Thema, dass man halt auch ein Umgangsrecht hat und dass beide Elternteile auch ihre Pflichten, aber auch Rechte haben.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau. Und es ist ja so, dass erst mal die Verpflichtung natürlich ist. Also wenn ich jetzt als Kindesmutter Kinder habe, dann habe ich schon die Pflicht, dass der Kindesvater die Kinder auch sehen darf. Das heißt, ich muss diese Möglichkeit einräumen.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Das ist sehr wichtig. Es ist nicht sind nicht nur meine Kinder, auch die Kinder des Vaters und er hat das Recht und ihm sollte man das auch einräumen, die Kinder zu sehen. Unabhängig davon, was ich über ihn denke, fühle oder wie ich mit der Trennung umgegangen bin. Kinder haben dieses Recht genauso wie die Väter auch.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau. Und deswegen ist es halt wichtig in einer guten kommunikativen Ebene, dass man sich auch zwischendurch eben kurzschließt, dass die Mutter zum Beispiel auch mit ihm Kontakt hat zwischendurch und ihm einfach sagt aber das ist passiert oder jenes. Oder vielleicht magst du mit deinem Sohn mal darüber reden, ich glaube, du kannst den besser erreichen, Also dass wir uns wirklich auch gegenseitig unterstützen in der Elternschaft, das ist ein ganz, ganz wichtiger Part. Wie ist denn das mit der Besuchspflicht?

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja, Besuchspflicht hört sich das schlimm an, aber ich finde Pflicht. Das Wort Pflicht ist immer so negativ belastet. Aber in dem Fall hat der Vater auch dafür zu sorgen, im Leben der Kinder teilzunehmen. Nicht nur, dass er die auch besucht oder er sagt, er besucht sie, sondern er sollte es auch wirklich einhalten und nicht sagen Ach nee, heute sage ich ab, ich habe keine Lust. Diese Kinder haben ein Recht drauf und das sollte auch wahrgenommen werden.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau. Also soviel ich weiß, gibt es keine rechtliche Verpflichtung, dass der andere Elternteil sich um die Kinder kümmern muss. Also er hat im Grunde genommen selber die Wahl, aber aus der moralisch ethischen Pflicht heraus, weil er hat ja diese Position einst ergriffen und hat sich ja auch dazu bekannt, ob das nun die Mutter der Vater ist oder egal wer es ist und sollte dies auch einhalten. Also auch wenn die Kinder groß sind, werden wir immer auch ein Stück für die Kinder da sein und natürlich auch immer mit den Kindern zu tun haben. Und deswegen ist es auch wichtig, dass der Elternteil, der das System verlässt, auch wirklich sich verpflichtet fühlt, mit aller Ehre und Kraft sich darum zu kümmern, dass ein Besuchsrecht stattfinden und ausgeübt werden kann.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Vor allem, als wir uns dazu entschlossen haben, Eltern zu werden, Haben wir keinen Vertrag, sind wir keinen Vertrag eingegangen, der irgendwann endet, sondern wir werden ein Leben lang Eltern bleiben. Ob Vater oder Mutter. Das ist ein Vertrag, den wir bis zum Tode eingehen und immer erfüllen müssen.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau erfüllen müssen und wenn wir es gerne tun. Es ist eine Wahnsinnslebens bereicherung. Lass mal Klartext reden Du hast zwei Kinder, ich habe vier Kinder im Patchwork, sogar sieben Kinder. Und es ist einfach total toll, dieses Leben zu können, wenn man die Möglichkeit hat.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Natürlich, Kinder sind eine Bereicherung. Also ich möchte meine nicht mehr hergeben.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich meine natürlich auch nicht. Aber es ist halt wichtig, dass man diesen Kindern auch Platz einräumt. Und wenn man wirklich in der Trennungssituation nicht direkt die Möglichkeiten hat, dass der Kindesvater, also wenn der Vater jetzt derjenige ist, der gegangen ist, dann auch zumindest den Kontakt hält und sagt Ich kann euch jetzt nicht ganz Wochenende, ich habe noch nicht die Räumlichkeiten, aber ich hole euch ab, dass er andere Modalitäten anbietet, und zwar direkt von Anfang an, also nicht ein halbes Jahr raus sein, um dann neu zu starten. Für Kinder sind Zeitepochen auch immer sehr prägend und ein halbes Jahr kann unheimlich viel Chaos schon anrichten. Und das sollte man nicht wollen. Man sollte die Elternschaft so weit wie. Sofort wirklich in den Vordergrund schieben und schauen, wie man mit dem Umgang umgehen kann.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Vor allem viele sagen auch mal, wenn die Kinder klein sind. Die bekommen das ja nicht mit. Ob da jetzt alle zwei Wochen, drei Wochen, Monat, ein halbes Jahr nicht da ist. Das stimmt so nicht. Kinder brauchen den Elternteil für die Entwicklung. Egal ob die ein halbes Jahr sind oder 123. Keine Ahnung wie alt die sind. Die brauchen beide Elternteile für die Entwicklung. Obs emotional ist? Ob das physisch ist. Eltern müssen da.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Sein. Genau das ist ein ganz wichtiger Part. Und es muss ich immer dieses typische Wochenende alle zwei Wochen sein. Das kann sein, das muss alles abgesprochen werden. Aber es kann vielleicht auch mal ein paar Stunden sein. Hier mal ein paar Stunden, da mal eine Möglichkeit hier. Was? Wir haben ja ganz, ganz viele Komponenten, die letztendlich auch Möglichkeiten liefern. Dementsprechend ist es halt wichtig, dass wir diese Absprachen auch einhalten. Das heißt, wenn der Kindesvater zum Beispiel hingeht und sagt, ich hole das Kind ab, dann ist es wichtig, dass der das wirklich auch tatsächlich einhält und tut. Und wenn die uhrzeit 15:00 ist, dann bitte 15:00 oder wenn es später wird früh genug per WhatsApp oder SMS Bescheid sagen. Es wird eine Viertelstunde später. Das Kind wartet, die Mutter bereitet das Kind vor. Also wenn wir jetzt das typische Mutter Vaterthema haben, wir lassen das mal dabei, weil dann können wir das immer am einfachsten beschreiben. Die Mutter bereitet das Kind vor, der Papa kommt gleich holen, steht schon startklar dort und der Papa kommt nicht. Und eine Viertelstunde ist für ein Kind unheimlich lange. Wenn die Mutter sagt immer, der Papa hat eben geschrieben, der steht nur im Stau, der kommt gleich, ist alles gut, dann kommt sofort eine entspannte Haltung. Ansonsten Die Mutter ist natürlich sauer. Es sind ganz viele Aspekte, die unheimlich schwierig sind, sie dementsprechend natürlich dann durchzusetzen. Und somit haben wir schon ein Ungleichgewicht. Also Pünktlichkeit ist ein ganz, ganz wichtiger Part und der sollte auch eingehalten werden. Was ich auch wichtig finde ist, dass aber das Kind auch zum Beispiel trotzdem Kontakt zur Mutter hat. Das heißt, wenn das Kind Freitag abgeholt wird und es ist noch kein so großes Kind oder je nachdem wo, das ist alles noch sehr frisch. Dann ist es zum Beispiel total toll, wenn der Papa hingeht und sagt So, wir gehen ja jetzt gleich, du gehst ja gleich ins Bett, Willst du der Mama noch einen guten Nachtgruss schicken? Ja, dann kann man das natürlich schriftlich machen, indem er sagt Sag mir mal, was ich denn noch mal schreiben soll, dann kommt eine SMS und dann kann von der Mama eine SMS zurück kommen oder man ruft sie eben kurz an. Also das finde ich auch wichtig, dass die Kinder auch wissen Aha, der Kontakt ist wirklich gegeben und es ist wirklich sehr schön. Und dann ist die Mutter entspannter, weil ich kenne auch sehr viele Mütter, die ihren Männern das dann auch nicht so zutrauen, ihren Exmännern und auch in Anspannung sind, weil sie sagen ich weiß nicht, behandelt er das Kind richtig, denkt er an die was weiß ich alles Schlafbärchen? Denkt er hier dran daran? Und ich finde wichtig, dass der Kommunikationsaustausch auch währenddessen zwar nicht permanent, aber natürlich gegeben sein kann.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Natürlich, Vor allem wir Mütter sind ja wie Löwen, die ihre Kinder beschützen müssen. Und hier ganz ehrlich Also den Männern muten wir nicht sehr viel zu. Wir haben die Kinder ausgetragen, geboren, von klein auf beschützt. Und dann fällt es einem schwer, die Kinder wegzugeben, also frei zu gehen. Man weiß, es ist beim Vater in guten Händen, aber im Hinterkopf denkt man Was passt da alles? Ist alles okay. Und wenn man miteinander super kommuniziert und auch diese Möglichkeit gibt zu sagen Hey, ich schicke mir mal ein Bild, wenn ihr unterwegs seid oder ne Sprachnachricht oder generell eine Nachricht, sind beide Parteien beruhigt und den Kindern natürlich auch, weil die freuen sich. Die sehen dann auch okay, Mama und Papa verstehen sich. Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich beim Papa bin, weil das ist auch eine ganz große Rolle bei Kindern, weil wenn die Eltern getrennt sind, wollen sie nicht diesen Zwiespalt haben und die müssen sich oder wollen sich nicht entscheiden müssen, wer ist besser, wen habe ich lieber? Sondern dass man einfach sieht okay, Mama und Papa kommunizieren miteinander. Es klappt. Beide haben mich lieb und egal was ist, ich bin bei beiden in Sicherheit.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Und ja genau. Und das ist auch nochmal ein ganz wichtiges Thema, was du gerade angesprochen hast. Sie wollen nicht Partei ergreifen, Das ist einfach ein ganz, ganz wichtiger Part. Deswegen ist es auch wichtig, auch wenn das Kind dann die ganze Woche bei der Mutter ist, dass sie einfach auch mal den Vater anrufen kann, was weiß ich. Ich habe das und das oder ich habe eine eins geschrieben. Ich rufe mal eben den Papa an Ja, natürlich macht das ja der. Der Papa kann dann daran teilhaben. Also das ist wirklich ein ganz wichtiger Part. Wenn aber die Eltern miteinander im Streit leben, dann ist das alles nicht möglich. Dann haben wir wirklich komplett abgehackte Kontakte und das bringt eine unheimliche Störung in die Entwicklung des Kindes. Weil das Kind kann nicht mehr natürlich sein oder kann dann auch nicht irgendwas berichten oder sonst irgendwas. Und es ist einfach ganz wichtig, dass man das wirklich klärt, also dass man tatsächlich hingeht und dort die Basis der Kommunikation weiterhin liefert. Und ich sage mal, dann ist eine Trennung für Kinder überhaupt gar kein Problem. Aber wichtig ist, dass die Absprachen eingehalten werden und dass man das wirklich durchzieht. Wir haben das in vielen Fällen nicht und häufig ist es so, dass der Vater zu spät kommt oder auch die Mutter oder, oder, oder. Dafür stehen wir auch in diesem Verein. Das heißt. Man kann mit uns Kontakt aufnehmen, auch gerade mit Christina als Beraterin. Und die Planung ist halt so, dass man dann Termine vereinbart. Also natürlich ein kurzes Interview vorher, damit wir wissen, wie die Thematik letztendlich ist und dass man dann einen gemeinschaftlichen Zoom hat, also dass man auch diese Verabredungen einhält. Die Eltern kriegen dann von uns einen Link geschickt und können sich einklinken und dann werden wir als Moderatoren dementsprechend natürlich vermitteln. Das machst du perfekt. Christine Das mache ich. Und es ist einfach ein ganz, ganz wichtiger Part, weil dann kann man Dinge aussprechen und es wird auch von uns ein wenig protokolliert. Dieses Protokoll wird dann auch noch mal mit rausgeschickt, sodass man dann sich auch an die Absprachen erinnern kann. Ich finde das manchmal wichtig und wir gehen natürlich auch gerne hin und sagen so, ich habe das jetzt richtig verstanden, Also du als Kindesvater, ich sag jetzt mal lieber Klaus, Peter, gehst also zukünftig hin und wirst die uhrzeit einhalten oder halt eben Bescheid geben. Haben wir uns jetzt richtig verstanden? Ja oder nein? Also man muss Dinge vermitteln.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Was auch ganz wichtig ist bei uns Wir ergreifen keine Partei und wir sind nicht Partei. Schon sagen, wir stehen auf der Seite der Mütter. Mütter haben immer die Sonderrechte. Nein, bei uns sind wir wirklich parteilos und versuchen euch zu helfen und zu unterstützen, wo wir nur können.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau. Und das ist ein ganz wichtiger Part, den du gerade ansprichst, weil es ist bei manchen Männern natürlich auch wenn die Frau eventuell Kontakt aufgenommen hat, auch die sind gefärbt und versuchen in eine Richtung zu bringen. Nein, darum geht es nicht. Wir werden auch früh genug Dinge erklären, wie wir das in dem Podcast auch machen. Wir werden auch später mal Liveschaltung haben, wo man uns wirklich dann auch live natürlich interviewen kann, Fragen stellen kann. Es gibt noch vieles, was wir tun können und was wir auch tun möchten. Und man kann uns ansprechen und es muss auch nicht bei einer Sitzung bleiben. Und wenn ihr jetzt letztendlich auch fragen wollt, wenn ihr so was in Anspruch nehmen wollt, wie finanziert sich das? Natürlich leben wir auch über Spenden und natürlich können wir auch kleine Rechnungen ausstellen. Also wir sind auch schon gewillt, dass Dinge sich auch bezahlen lassen. Es hat auch damit zu tun, dass wir möchten, dass man uns ansprechen kann. Es gibt zum Beispiel Menschen, die sagen, ich kann nicht eine kostenfreie Dienstleistung empfangen, einfach so, das hat für mich nicht den Wert oder ich möchte was zurückgeben. Ja, man kann uns zurückgeben. Und ja, wir sind auch dankbar, wenn wir dann natürlich auch ein Stück Unterstützung bekommen, auch für unsere Dienstleistung, für unsere Zeit, die wir einsetzen und liebend gerne einsetzen. Aber wir sehen die Notwendigkeit, die einfach dahinter steht. Und wenn wir die Chance haben zu vermitteln, so dass aus Kindern keine Scheidungskinder werden müssen, dann haben wir ganz viel gewonnen. Und das ist unser Herzenswunsch.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja, meiner auch.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau so in diesem Sinne können wir diesen Podcast schon beenden und wir bedanken uns fürs Zuhören, gerne auch Kommentare und Anfragen. Er geht einfach auf unsere Seite www. Opalia family dvd. Herzlichen Dank! Dies war ein Beitrag von Opal Otok für Opal the Family.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ich danke euch vielmals.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Ich danke auch lieben Dank. Tschüss.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Tschüss.