OPALIA Family e.V. #02 - Positiv Elternschaftliche Streitkultur

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Hallo! Dies ist ein neuer Beitrag von Opalia Talk für Opalia Family. Mein Name ist Sabine Guhr- Biermann und bei mir sitzt.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Krystina Weber.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Und an der Technik.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Der Creative. Hallo!

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Hallo, es geht noch mal um das Thema partnerschaftliche Trennung. Wir hatten ja eben im ersten Podcast schon mal deutlich genug erwähnt, wie wichtig es ist, unseren Partner direkt mit ins Boot zu nehmen, wenn wir das Gefühl haben, dass diese Partnerschaft nicht so. Das partnerschaftliche Ziel, was wir uns ja selber irgendwann vorgenommen haben. Zum Beispiel einfach glücklich zu sein, gemeinsam durchs Leben zu gehen, wenn sich das nicht erfüllen lässt.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Das stimmt. Und da ist das Zauberwort gemeinsam. Und dann liegt es halt wirklich an der Kommunikation, wenn man miteinander spricht und sagt Hey, meine Gefühle haben sich verändert oder Hey, irgendwas stimmt nicht, lass uns mal darüber reden. Kann man sehr viel entweder retten oder man kann in die richtige Richtung gehen.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Absolut. So, jetzt sind wir aber in der Kommunikationsebene mal, wie es bei ganz vielem passiert. Ich nehme dich wieder als Statist, Christina Ja, So, und wenn ich jetzt zum Beispiel ein Problem. Also du stellst deine Kaffeetasse dahin und ich bringe jetzt mal so ein ganz dämliches Thema und es stört mich. Oder grundsätzlich die Zahnpastatube wird von dir nicht geschlossen als Beispiel. So, dann ärgere ich mich über dich. Ja, und wenn ich dann hingehe und ich bin wütend auf dich, weil ich sammel ja ein Energiefeld der Wut und ich raunzt dich an und sage Ey, du blöde Nuss, Ja, mir fällt jetzt nichts Besseres ein. Da darf man natürlich nicht lachen. Oder man würde nicht lachen. Und ich würde dir dann sagen, es ärgert mich total, dass du diese Tasse da hinstellst. Was macht das mit dir?

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Also wenn du es in welchem Turnus sagst. Also ich glaube, ich würde für mich, ich würde mich angegriffen fühlen und dann zurückgreifen.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Zurückgreifen, auch eine Abwehrhaltung einnehmen. Das ist ja grundsätzlich so. Wenn ich jetzt sage, du stellst die Tasse immer da hin, um mich zu ärgern, was denkst du?

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ich würde dann fragen, wie er auf die Idee kommt, sage ich. Ich stell die Tasse schon immer dahin, ohne irgendwelche Hintergedanken. Dann würde ich ihn fragen, was er von mir möchte. Die Tasse stand schon immer da. Die werde ich immer weiterhin da hinstellen. Wenn ein Problem hat, ist es seins. Also sein Problem. Das wäre jetzt so meine Antwort, weil man da in die Abwehr geht und sagt Was willst du? Hau ab! Es ist genau so, aber.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Die wenigsten Menschen, die denken das was du. Viele Menschen denken, dass das, was du sagst, aber sie fragen nicht. Das heißt, die fühlen sich angegriffen, weil die ja auch schon ein großes Energiefeld dahinter ist. So, ich bringe das noch mal auf den Punkt und raunzt dich jetzt an wegen dieser blöden Zahnpasta. Hör mal, kannst du nicht einfach mal diese blöde Zahnpastatube zudrehen, wenn du so benutzt hast? Das wird jedes Mal hart.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja, ist okay. Ich mach das schon beim nächsten Mal.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Okay, Dann würdest du klein beigeben.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Okay. Das ist ja wunderbar. Also, es ist tatsächlich so, wir müssen von einer Situation ausgehen. Wir sind ja jetzt auch nicht in der Partnerschaft. Wir sind ja nicht im Alltagsgeschehen. Aber es ist so.. Es kommt wirklich auf die Energie an, auf die Worte und auf die Energie. So, wenn ich mich lange Zeit ärgere, Also ich nehme jetzt mal den Herrscher als Statist, der irgendwie irgendwas immer wieder macht und ich ärgere mich und ich komme mit dieser Energie auf dich zu. Was würde das mit dir machen?

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Weiß nicht. Da fehlen mir die Worte.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Da fehlen dir die Worte. Aber du würdest das spüren.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Ja, definitiv.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Ja, genau. Und das würde dich wahrscheinlich auch verunsichern. Ja, genau. Weil ich nämlich schon Energie in ein Feld investiere, auf das du gar nicht vorbereitet bist. Du kennst ja gar nicht meine Gedanken. Ja. Wenn ich dir fünf Mal schon gesagt habe. Also jetzt. Ich nehme dich wieder, Christina, Ich gucke trotzdem mal ab, so zwischen euch. Und du weißt das mit der Zahnpastatube. Ja. So, dann weißt du auch, dass es mich ärgert. Dann könnte ich sogar davon ausgehen, dass du es bewusst machst, um mich weiterhin zu ärgern. Das wäre so die Devise, was viele denken.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Das ist ja automatisch so, dass man das denkt. Ja, vor allem, wenn man unzufrieden ist. Dann ist man an allem unzufrieden und sagt Ich mach das mit Absicht. Ach, die macht das nur, um mich zu ärgern. Die könnte die Tasse woanders hinstellen, die könnte ja die Zahnpasta von Anfang an zudrehen. Nein, sie macht es, mich zu ärgern und mich zur Weißglut zu bringen.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Da sind wir nämlich genau auf wichtigen Punkt. Es gibt nicht viele Menschen, die wirklich sehr viel gestaute Energie in sich haben, die irgendetwas brauchen, worüber sie sich ärgern können. Da geht es weniger um die blöde Tasse oder die Zahnpasta, sondern da geht es wirklich. Wir brauchen einen Grund. Und dann sucht man einen Grund. Es gibt manchmal so Kunden vor mir, wo ich denke ich meine, du hast keine Leichen im Keller, also musst du irgendwas erfinden, damit du irgendetwas hast, was du vielleicht auch rausbringen kannst. Und es ist tatsächlich so, als. Ich nehme jetzt den Sergio noch mal kurz. Also, wenn ich mit dir ein Badezimmer teilen würde, und es wäre immer diese blöde Zahnpastatube, ja, dann weißt du es schon. Das heißt, du weißt es. Und dann könnte ich von ausgehen, dass du mich ärgerst. Dann könnte es dir bei mir passieren, dass ich diese volle Zahnpastatube, wo das oben wieder angetrocknet ist, Was ich dann nicht, damit ich es nicht rausquetschen kann. Ich brauche ja die Zahnpasta, um meine Zähne zu putzen. Dann kann es sein, dass du die in deinem Bett vorfindet. Ist ganz einfach. Also ich würde da Maßnahmen ergreifen, wenn ich es fünf Mal gesagt hätte. Irgendwas Lustiges. Also wir müssen in dem Moment die Position verändern, weil ist natürlich, darf dich nur mal eben als Statist nehmen, wenn du in der Kindheit schon gewohnt gewesen wärest, von deiner Mutter zum Beispiel immer kritisiert zu werden. Das machst du nicht richtig und das machst du nicht richtig. Dann kann es sein, dass du mich in dem Moment in die gleiche Schiene identifizierst und das Gefühl hast, das Spiel geht genauso von vorne los. Und wenn, wenn du dann in der Kindheit mit Abwehrhaltung oder Trotz reagiert hast, wirst du sofort in das alte System entgleiten. Kannst du es nachvollziehen?

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Ja, ich kann das nachvollziehen und ich finde das gerade extrem spannend, dass du da quasi diese Methode gewählt hast, das zu verlagern.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Also ja.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Also quasi Du hast ja gesagt, du legst es dann nicht an die Zahnpastatube ins Bett. Das ist ja komplett irrsinnig eigentlich. Aber ja, jetzt, jetzt verstehe ich erst. Ähm. Den Hintergrund also nämlich, dass derjenige, damit derjenige eben nicht in alte Muster verfällt, sondern ihn mit der Situation auf andere Weise erneut konfrontiert wird. Das ist also dein Weg dafür.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Verstehe. Genau. Also es ist immer ganz wichtig, wenn wir etwas nicht erreichen und es ist wirklich störend, was weiß ich. Die Schuhe stehen immer im Flur und ich falle über diese dämlichen Schuhe. Da muss ich mir irgendwann irgendwas einfallen lassen und am besten auch irgendwas Lustiges. Also was ganz Paradoxes. Natürlich schmeiß ich die Schuhe dann nicht in den Teich. Ist logisch. Also wir wollen da kein Schaden anrichten. Aber ich muss mir etwas einfallen lassen, um meinen Partner darauf aufmerksam zu machen, was störend ist, um die Position zu verändern. Wir wissen alle, wie schwierig es ist, Kinder zu erziehen und auch unsere Mütter werden auch mit uns Schwierigkeiten gehabt haben. Das heißt, wir haben alles vor Prägungen. Und wenn die dann auf eine alte Prägung schiene rutschen, dann ist es meistens schwierig, das aufzulösen. Also kann ich dann kreativ drüber nachdenken, Welche Möglichkeiten habe ich, um es zu verändern?

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Ja, aber nicht jeder kommt auf diese Idee. Also die meisten würden dann einfach weiter meckern, nichts dran ändern wollen, weil das ist am einfachsten und man scheut auch die Reaktion, was dann passiert.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau das tun würde.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Was sagen Ja also für mich das eigentlich auch neu muss ich sagen Christine aber ich denk mir dann muss man wirklich also wenn einem was daran liegt, müsste man dann quasi kreativ werden?

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau, man muss kreativ werden und man muss eine Sprachkultur, eine Sprechkultur erschaffen, also dass man eine Basis findet, miteinander zu sprechen. Ich persönlich berate ja auch unheimlich viele Paare und ich persönlich finde das total spannend. Es gibt immer kleine Konfliktsituationen und wenn ich die aber gerade erlebe und ich habe eine Wut, Energie und ich gehe dann auf dich zu als mein Gegenüber, dann gehst du automatisch in Abwehrhaltung. Also du gehst ja aus der Schusslinie, bevor ich dir einen runter knalle. Jetzt mal ganz ehrlich sein, das machen manche energetisch. Also man muss sich das echt so echt, so krass vorstellen. Dann sollte man lieber einen Abend festlegen. Das kann auch alle 14 Tage sein. Was weiß ich, wenn ihr am Dienstagabend es passt. Die Kinder sind auch in Ruhe. Von mir aus um 19:00, um 19:00 bis 20:00. So, dann bereitet man diesen Abend vor. Also wenn wir jetzt in einer Partnerschaft wären, dann hast du diesen Abend den jetzt den ersten vorzubereiten. Dann stellst du was Getränke hin. Bitte keinen Alkohol, ein bisschen was zu knabbern und dass man sich vielleicht auch was aufschreiben kann. So, und beim nächsten Mal wäre dann ich dran. Also das muss immer auch abwechselnd sein, Das heißt, ich bringe eine schöne Atmosphäre rein, wir setzen uns an einen Tisch, Wir haben uns früher, ich sag mal ein paar Überlegungen angestrebt, was wir gerne besprechen möchten, und dann bist du dran. Und es ist eine Art uhr auf dem Tisch, wie ein Wecker. Ja, und dann ist es so, dass du hingehen kannst und kannst sagen Weißt du, Sabine, dann und dann ist das und das passiert. Und da habe ich mich sehr darüber geärgert. Es ist wichtig. Du musst ausreden können, sachlich, faktisch beschreiben, was aus deiner Perspektive passiert ist und dann mir mitteilen dürfen, was das mit dir macht. Das heißt, du fällst auf dich, Also du gehst nicht um, sagt Hey, das machst du extra. Sabine, damit ich dann irgendwo mich nicht wohlfühle und mein Leben nicht leben kann. Weg von der Schuldthematik, sondern hin. Das macht das mit mir. Dann wäre es natürlich der andere Part dran, das heißt, dann wäre ich dran, um dann halt darauf Stellung zu beziehen. Ja, und dann könnten wir eventuell lösungsorientiert daran arbeiten. Dann wüsste ich zum Beispiel, wenn ich meine Schuhe immer dämlichen Flur stellen würde und du würdest da drüber fallen ist würde dich ärgern, dann weiß ich, was das mit dir macht. Und dann könnte ich zum Beispiel hingehen und könnte sagen okay, alles klar, das kann ich verändern. Und dann könnte ich auch sagen, ich werde es versuchen. Aber es kann mir passieren, dass es am Anfang noch mal passiert, weil ich nicht drüber nachdenke. Dann bist du bitte nicht böse oder kannst mich noch mal freundlicherweise darauf hinweisen, aber ich gebe mir alle Mühe, dieses System zu verlassen.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Vor allem das Ich versuche es nicht. Ich. Ja, ich werde es machen. Oder ich verspreche. Weil wir kennen das. Wir versprechen das und können es oft nicht halten. Nicht weil wir es nicht wollen, sondern weil die Gegebenheiten sich jedes Mal verändern. Und da finde ich es halt richtig gut und vor allem wie du sagt es nicht in die Schuldzuweisung hingehen, sondern sagen Hey, ich fühle mich in dieser Situation sehr unwohl oder ich habe mich ungerecht behandelt gefühlt, dass man dem anderen einfach vermittelt, wie ich mich fühle. Und ohne diesen Zeigefinger Du, du, du, du, du. Weil dann geht man ja wieder in den Angriffsmodus, man wehrt sich und dann gibt es diese Kommunikation einfach nicht, wo man sich ausspricht, nach Lösungen sucht, wie du so schön gesagt hast, sondern einfach man nutzt diese Gelegenheit zu sagen, was man empfindet, wie man sich fühlt und dann einfach nach einer Lösung sucht.

 

SPEAKER: SABINE GUHR-BIERMANN

Genau. Und wenn man so eine ich sag jetzt mal Streitkultur auf. Kann. Dann hat man auch eine Basis, wenn die Beziehung wirklich nicht mehr die Quintessenz bringt, miteinander zu reden. Wobei wir dazu sagen müssen, wenn man in der Trennungssituation sich befindet, dass einer sich vom anderen trennen möchte, dann ist es manchmal auch gut, einen Moderator dazwischen zu setzen. Auch das bieten wir in der Praxis an und natürlich auch über den Verein. Das ist immer eine schöne Ebene damit, damit man sich auch aufgehangen, aufgefangen fühlt und dann aufgehangen. Wie lustig, damit man sich aufgefangen fühlt, um eine Basis auch der Trennungskultur zu finden, auch gerade was die gemeinsamen Kinder anbelangt. Und im nächsten Podcast beschäftigen wir uns dann noch mal ganz intensiv, wenn man sich geeinigt hat, dass man sich trennen möchte, worauf es da noch ankommt. Es geht jetzt wirklich noch mal um die partnerschaftliche Trennungskultur. Da hören wir uns dann gleich wieder Fall. Vielen lieben Dank fürs Zuhören. Dies war ein Beitrag von Opal Talk für Opal Family. Tschüss.

 

SPEAKER: SERGIO SERAFINO

Tschüss.

 

SPEAKER: KRYSTINA WEBER

Tschüss.